SATT HABEN, SATT SEIN, EINIG SEIN

Heute gibt es zur Abwechslung einen Coversong in eigener Version. „Done with Bonaparte“ veröffentlichte Mark Knopfler vor 30 Jahren. Das Lied habe ich ständig im Kopf. Vor allem nach dem Besuch der Klosterkirche in Oberelchingen bei Ulm, dort wo Marschall Michel Ney unter dem Befehl von Napoleon Bonaparte einst Soldaten in den Tod führte. Bis zu etwa 7000 Menschen fielen der Schlacht von Elchingen zum Opfer, viele Verwundete wurden medizinisch nicht versorgt. Ich habe nun versucht den Inhalt des Liedes sinngemäß ins Deutsche zu übersetzen. Darin geht es um einen Soldaten, der für Napoleon in Russland kämpft, die Schrecken des Krieges vor sich hat, sich zu seiner Liebsten zurücksehnt und seinen Anführer Napoleon Bonaparte „satt“ hat. Dazu betet er, dass nicht wieder Kinder von Parolen, falschen Abenteuern und Heldentum angelockt und ins Verderben geführt werden. Bonapartes Kriege hätten schon genügt.
Wir wissen, dass es danach noch weitaus schlimmer kam und derzeit wieder ähnliche Gestalten wie Bonaparte die Welt bedrohen. Ich habe sie „satt“, diese Figuren. Mein Vater, der Ähnliches wie der Soldat aus dem Lied vom Zweiten Weltkrieg erzählte, hatte es „satt“ einem Führer folgen zu müssen, der letztlich das Leben von Millionen Menschen zerstörte und seines schädigte. Dazu gibt es demnächst auch ein Lied. Politiker sollten sich stets überlegen, wie die Mitlieder einer Gesellschaft „satt“ sein können. „Satt“ an Zuwendung, Liebe, Gerechtigkeit, Freiheit, gesunder Nahrung, Lebensglück, Perspektiven, Aufmerksamkeit, Natur, Sicherheit, Freundschaft, Gesundheit, notwendigen Dingen, Raum und Zeit. Bei den Mahnwachen der Ulmer Friedenswochen waren in den letzten Tagen mittwochs etwa 20 Menschen vereint. Das sind viel zu wenig. Frieden in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt war nie selbstverständlich.

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